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Das Projekt Pumpspeicherwerk Poschberg sollte nach Plangenehmigung in circa 4 Jahren realisiert werden, so steht es wenigstens in dem von der Firma Aicher aufgelegten Faltblatt

Das bedeutet dann ganz konkret, dass in 4 Jahren 20 Millionen Tonnen Gestein abtransportiert werden sollen
Daraus lässt sich errechnen, dass das dann 5 Millionen Tonnen pro Jahr sind,
mit 250 Arbeitstagen jährlich wäre das zwar recht hoch gegriffen, aber so kann man leichter im Kopf rechnen,
es sind pro Arbeitstag 20.000 Tonnen Gestein, die dort vom Saalachsee abtransportiert werden müssen

Jetzt geht es darum, wie der Abtransport erfolgen soll!

Der Transport mit Lastkraftwagen würde eine zusätzliche Belastung für Bad Reichenhall bedeuten, was laut Stadtratsbeschluss nicht tragbar ist
Laut amtlicher Verkehrszählung von 2010 sind auf der Umgehungsstraße (Loferer Straße) ca 1.500 LKW täglich unterwegs
Das zulässige Gesamtgewicht auf der Strecke beträgt 24 to, bei der Ladungskapazität von ca 14 Tonnen pro LKW wären das dann zusätzliche 1.400 beladene LKW täglich
dazu muss man noch die gleiche Anzahl Leerfahrten/Lieferfahrten rechnen, denn die LKW müssen ja auch zurück
das ergibt fast eine Verdreifachung auf 4.300 LKW täglich, damit einhergehend auch Lärm, Feinstaub und Abgase

Das ist weder für Bad Reichenhall, noch für Piding zu akzeptieren

Abtransport mit der Bahn

hatte Herr Aicher dann angedacht, ob das ernsthaft gedacht ist, kann man glauben, oder auch nicht
Was ist notwendig, damit der Abtransport mit der Bahn erfolgen kann?

  • Signaltechnik in Bayerisch Gmain oder Kirchberg, ansonsten muss für diese Fahrten die gesamte Strecke bis Hallturm gesperrt werden, das ist nicht denkbar
  • Gleisanlagen vom Bahnhof Kirchberg bis zum Abbaugebiet am Saalchsee
    Diese Gleisanlagen müssen teilweise im Tunnel geführt werden, da an der Trasse zu wenig Platz vorhanden ist, um das alles oberirdisch anzulegen. Weiterhin muss das Gleis am Endpunkt hinter Baumgarten so angelegt sein, dass die ziehende Lokomotive dann vom Ende des Zuges wieder zurückfahren kann, um am Frontende anzukuppeln, also ein paralleles Gleis auf einer Länge von mehr als 600 Metern
  • denn wie Herr Aicher selbst ausführte, sollen mit jedem Zug 1.000 Tonnen abtransportiert werden, das sind 50 Waggons, die eine Gesamtlänge von fast 600 Metern ergeben. Nach Auskunft von Herrn Aicher können maximal 3 bis 6 Züge täglich diese Strecke nach Hammerau belegen, wenn es wirklich 6 Züge zum Abtransport sein sollten, wären das aber immer erst 6000 Tonnen, es sind dann also noch 14.000 Tonnen übrig, das ergäbe dann doch wieder 1.000 LKW täglich zusätzlich zum Bahntransport

Und hier kommt jetzt eine Variante an das Licht der Öffentlichkeit, die zwar ernsthaft behauptet wird, deren Realisierungschance für eine Tourismusregion schlichtweg unvorstellbar sind

Ein Förderband von Baumgarten bis nach Hammerau

auf dem dann das gesamte Gestein abtransportiert werden soll
Diese Option ist so abenteuerlich, dass außer den damit befassten Mitarbeitern der Firma Aicher vermutlich noch niemand darüber ernsthaft nachgedacht hat. Aber sobald sich darüber etwas ergibt, erfahren Sie es genau hier

Hier ist auch ein Projekt, wo eine deutsche Firma eine 13 Kilometer lange Förderstrecke aufgebaut hat. Das sieht dort aber ganz bestimmt nicht wie eine Tourismusregion aus