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Das Projekt wurde im September 2011 zuerst den Gemeinderäten von Schneizlreuth vorgestellt. Der geplante Standort, im Landschaftsschutzgebiet Lattengebirge, gehört zur Gemarkung Schneizlreuth

Die Aussicht auf zukünftige Gewerbesteuereinnahmen, und auch die Kategorie "Energiewende" ließen da so manchen Gemeinderat vermutlich nicht näher darüber nachdenken

Bei der Vorstellung im Gasthof Bürgerbräu in Bad Reichenhall, auch noch im September 2011, war man da schon etwas kritischer. Es gab aus dem Publikum enorm viel Diskussionsbedarf
Das führte dazu, dass ein weiterer Informationsabend dazu beim Gasthof Hofwirt notwendig wurde, und es konnte wieder nicht befriedigen, was dort vorgebracht wurde, weder von den Teilnehmern aus der Firma Aicher, noch vom Geologen Dr. Kellerbauer aus Freilassing

Und so wurde dazu auch noch ein dritter Informationsabend mit Vertretern aus der Landesleitung des Bund Naturschutz aus München dazu durchgeführt. Hier war auch deutlich zu erkennen, dass an der Rentabilität und auch Ernsthaftigkeit dieser Unternehmung gezweifelt wurde.

Bei den Diskussionen kristallisierte sich heraus, dass der ursprünglich als Synergie-Effekt deklarierte Abbau des Dolomits einen gravierenden Bestandteil der wirtschaftlichen Überlegungen Aichers darstellt. Dolomit ist für die Stahlerzeugung unverzichtbar!

Am 18. September 2012 war dann eine sehr engagierte Diskussion im Schneizlreuther Gemeinderat über den geplanten Dolomitabbau während der Bauphase dieses Pumpspeicherwerkes. Und dann gab es auch eine Abstimmung darüber, wie die Gemeinde das Projekt derzeit beurteilt.

Ganz klar und eindeutig sprach sich der Gemeinderat gegen das Vorhaben in der jetzigen Form und den geplanten Ausmaßen aus.
Gemeinderat Dr. Horst Radinger hatte beantragt, dass nicht nur allgemein über den LEP und damit verbunden den Abbau von Bodenschätzen und auch über die Auswirkungen der Energiewende diskutiert wird, sondern ganz konkret das von Max Aicher geplante Pumpspeicherwerk behandelt wird. Die Themen Naturzerstörung, Wirkungsgrad, Stromtrasse und Transport des Abraumes hatte zu einem eindeutigen Ergebnis im Gemeinderat geführt. Das Vorhaben  in der jetzigen Planung wurde von den 12 Gemeinderäten und dem Bürgermeister einstimmig abgelehnt


Wie eine zielgerichtete Objektsuche und Standortbewertung aussehen kann, ist an diesem Beitrag zu ersehen

Nachdem vorher schon durch einen Leserbrief in der örtlichen Tageszeitung die Nachricht aus einer Gemeinderatssitzung in Schneizlreuth publik wurde, dass die Firma Aicher erhebliche Summen an die Gemeinde Schneizlreuth überwiesen hat, konnte zumindest in diesem Punkt bei der Sitzung der Ortsgruppe des Bund Naturschutz in Bad Reichenhall und Umgebung, Klarheit erreicht werden.
Herr Aicher war bei der Sitzung anwesend und erklärte, dass er mit seinem Unternehmen in der Gemeinde Schneizlreuth gewerbesteuerpflichtig ist. Damit nicht möglicherweise Verszugszinsen anfallen, hat er einen sechsstelligen Betrag an "Gewerbesteuervorauszahlung" bereits an die Gemeinde überwiesen.

Diese Aussage ließ natürlich alle Phantasien sprießen!

Dass es bestimmt nicht einfach ist, einen Gewerbesteuerbescheid so schnell zu erstellen -die Firma wurde erst im Februar eingetragen- sollte schon deutlich werden. Deshalb ist dieser Punkt immer noch nicht  zufriedenstellend geklärt.

An diesem Abend erfuhr die Öffentlichkeit auch, dass das Speichervolumen der Becken um 100% vergrößert wurde! Es sollten jetzt oben und unten jeweils 2 Millionen m³ große Speicherbecken entstehen. Damit wurde auch das Volumen des Abraumes (Dolomit), der kaum dort am Saalachsee gelagert werden kann, verdoppelt.

Laut Aicher (Reichenhaller Tagblatt vom 11./12.8.2012) werden 7 Millionen m3 abgebaut, das entspricht annähernd 20 Millionen Tonnen Gestein, die dann auch abtransportiert werden müssen

Aicher gab die Fläche des gerodeten Schutzwaldes bei der erstgenannten Projektgröße mit 7ha an, was den tatsächlichen Dimensionen bei weitem nicht gerecht wird. Diese Angabe wurde nach Verdopplung der Wassermenge nie korrigiert. Angeblich würde die Verdoppelung nur durch eine verstärkte Eintiefung erreicht werden.